Das war der Jugend-Kultur-Preis 2014

Am 8. Dezember verlieh Kultusminister Stephan Dorgerloh den 18. Jugend-Kultur-Preis Sachsen-Anhalt mit Preisgeldern von insgesamt  8000 Euro. „Gerade im Jugendalter ist kulturelle Bildung für die Identitätsfindung eine wichtige Komponente“, so der Kultusminister.
Es nahmen dieses Jahr über 450 Kinder und Jugendliche Teil und reichten dabei über 60 Beträge ein.

 

Die Preise gingen dieses Jahr an:

Dabei ging der 1. Preis an die Klasse 8b der Reinhard-Lakomy-Schule in Halberstadt.
Im Rahmen des Kunstprojektes „Künstler an Schulen“ stellte die 8. Klasse der Lakomy – Schule – eine Schule für Kinder mit geistiger Behinderung – zum Thema „Sagen“ ein enormes Projekt auf die Beine. Zu der Halberstädter Sage „Das blutende Schwert an der Liebfrauenkirche“ erschuf die 8b ein eigenes Buch. Zunächst besuchten die Kinder dazu mehrfach die Liebfrauenkirche und setzten sich intensiv mit der Sage auseinander. Nachdem Skizzen angefertigt wurden, übertrugen die Kinder diese auf richtiges  Papier. Dabei erworben sie viele künstlerische Kenntnisse, welche für Menschen ohne Behinderung normale Dinge sind, doch für diese Kinder oft unlösbare Probleme darstellen. Weiterhin wurden von den Schülern Texte angefertigt, das Buch selbstständig gebaut und Linolschnitte angefertigt. Außerdem entwickelten sie mithilfe des Computers das Buch zum Verkauf und Vervielfältigung. Es waren unzählige Arbeitsschritte notwendig und die Schüler lernten viel Neues dazu, machten viele Erfahrungen und gingen mit gestärktem Selbstbewusstsein hervor.

Der zweite Platz ging an die Schulschreiber*innen der Grund „An der Klosterwuhne“ aus der 3. Und 4. Klasse.
„Der größte Regenbogen der Welt“ war das Buch der knapp zwanzig Schulschreiber*innen der Grundschule „An der Klosterwuhne“. Es bildete den Abschluss des vom Friedrich-Bödecker-Kreis unterstützten Projekts „Kindsein in Sachsen-Anhalt“. Der vorliegende Band enthielt Gedichte und Geschichten aus der Schreibarbeit eines ganzen Schuljahres sowie selbst gemalte Illustrationen. Auch das Titelbild wurde von einem Schüler der Klasse 4b gezeichnet. Die Geschichten erzählten eigene, individuelle Erlebnisse aus dem Schulalltag. Dass es überhaupt gedruckt werden konnte, ist dem Förderverein der Klosterwuhne-Grundschule zu verdanken. Das Projekt stärkte die Akzeptanz der einzelnen Schüler und Schülerinnen, ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

Der 3. Preis ging an 29 Kinder des Hortes am Heiderand.
Das Projekt „Die Flügel breiten – ein Trickfilmprojekt“ wurde mit bildungsbenachteiligten Kindern aus dem Sozialraum Halle-Neustadt und mit lernbehinderten Kindern aus dem Sozialraum Halle-Glaucha realisiert. Den Kindern wurde über das komplexe Medium Trickfilm der spielerische Zugang zur Arbeit mit verschiedenen künstlerischen Mitteln ermöglicht. Ihnen wurde Raum gegeben ihre Wünsche und Hoffnungen sowie ihrem Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen. Über kleine Trickfilmsequenzen wurden sie dabei nicht nur sichtbar, sondern auch hör- und (nach)erlebbar gemacht. Die Ideen zu den Trickfilmen wurden eigenständig von den Kindern entwickelt und umgesetzt. Während die Kinder an ihren kleinen Trickfilmen tüftelten, erwarben sie spielerisch neue Kompetenzen und Fähigkeiten und konnten sich in Bild, Wort, Bewegung und Ton ausprobieren. Am Ende wurden die entstandenen Werke öffentlich präsentiert. Die Kinder zeigten stolz ihr Können und gingen mit gestärktem Selbstbewusstsein aus dem Projekt hervor.

Der erste Förderpreis ging das Projekt „Bucktopia“
Bucktopia ist Idee und Projekt mehrerer Einzelpersonen, Künstler*innen, Kreativschaffender und Engagierter aus verschiedensten Bereichen, die dazu den „Rand und Band“-Verein gegründet hatten. Es handelte sich um ein Kunst- und Kulturfestival im Magdeburger Stadtteil Buckau, was das Ausmaß einer gelebten Zukunftsvision, eingebettet zwischen Utopie und Dystopie, annahm. Das zentrale Gedankenexperiment (Thema) wardie Endzeit, welche in allen erdenklichen Formen umgesetzt wurde. Ein altes Industriegelände wurde dazu in ein endzeitliches Szenario verwandelt. Für das Programm wurden verschiedenste Medien wie Installtionen, Skulpturen, Gemälde, Grafiken, Filme, Performances, Theateraufführungen und vieles mehr genutzt. Es traten eine Vielzahl an Bands und DJ’s auf, an denen sich 2013 insgesamt über 2000 Besucher begeisterten.

Der zweite Förderpreis wurde im Anschluss an das Projekt „Spuren im Land – Kinder, Kunst, Kreativität“ verliehen.

Mit dem Ziel die Grundschule „Am Wäldchen“ und die Förderschule „Am Klietzer See“ näher zueinander zu bringen und das „Nebeneinander“ in ein „Miteinander“ zu wandeln, wurde das Projekt „Spuren im Land – Kinder, Kunst und Kreativität“ ins Leben gerufen. Mit finanzieller Unterstützung von arche NoVa – Initiative für Menschen in Not – wurde das Projekt von April bis Mai 2014 durchgeführt. Die Schüler aus Grund- und Förderschule gestalteten schul- und jahrgangsübergreifend den gemeinsamen Eingangsbereich mit ihren eigens geplanten- und gestalteten Bildern. Durch die vielen neuen Erfahrungen wurden bei den Schüler_innen soziale Kompetenzen gefördert und individuelle Fähigkeiten und Stärken bewusst.

Der Sonderpreis der Jugendjury ging nach Magdeburg an eine Gruppe junger Menschen um das Projekte „Magdeboogie Events“. Bei „Magdeboogie Events“ handelt es sich um eine von Dominik Bogner selbst erdachte und entworfene Internetplattform, die gezielt auf handverlesene, kleinere Kulturveranstaltungen der Stadt Magdeburg aufmerksam macht und zusammen mit zwei Mitstreitern ehrenamtlich gepflegt wird. So sollen kleine und unbekannte Veranstalter*innen gezielt gefördert werden und untereinander kooperieren.  Die Hinweise sind mit ausführlichen Kommentaren versehen, die von den jeweiligen Veranstaltungsbesuchern abgefasst wurden. Gleichzeitig ist die Internetseite sehr übersichtlich und benutzerfreundlich gestaltet und stellt dadurch einen sinnvollen Beitrag zur Motivation junger Menschen dar, an kulturellen Veranstaltungen in Magdeburg teilzunehmen und sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen.

Anerkennungen

– „La Barba – Die Identitätssuche des Bartes“
  Medienkunst, Lina Gräf,Halle/Saale
– „Die Schule. Geschichten von Flucht und Widerstand“
  Medienkunst, Gorskyi Oleksandr, Magdeburg
­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­- „My song and me“
 Bildende Kunst, Klasse 7a der Sekundarschule „Wilhelm Weitling“, Magdeburg
„1 + 1 = Einzig Eins – Rebellion gegen Schwarz in mir! – Jeden Tag auf’s Neue“
 Theater, Projekt ,12 Schüler_innen des Gymnasiums Osterwieck
-„ A beautiful life“
  Literatur, Sara Fuhrmann, Mücheln, OT Langeneichstädt
-„Im Schatten der Träume“
  Literatur, Swaantje Tantzen, Biederitz/Gerwisch
-„Das seid ihr: alle gleich“
  Bildende Kunst, Undine Schwede, Halle/Saale
-„Gegensätzliche Rebellen“
  Bildende Kunst, Sabrina Seifert,Zerbst
-„Die Rebellion der Großmacht“
  Bildende Kunst, Friedrich Rose, Aken, OT Kühren
„Magdeboogie Events“
  Projekt, Dominik Bogner (24 Jahre), Matthias Andrasch, Nadia Boltes, Lydia Flössel, Magdeburg

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